Jamal Khaldi ist einer von insgesamt vier Flüchtlingen, die im AWO-Seniorenzentrum Hardtwald die Ausbildung im Frühjahr begonnen haben oder eben nun im Herbst beginnen.
Dazu kommen noch acht weitere Auszubildende, die ebenso einen Migrationshintergrund aufweisen.
Heimleiter Markus Bär freut sich über diese Entwicklung und das macht ihm deutlich, wie Integration gelingen kann. Mit u. a. solchen Maßnahmen kann dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegengewirkt werden; zudem kommt die AWO Bezirksverband Baden e.V. als freier Wohlfahrtsverband und Trägerin der Einrichtung ihrem Auftrag nach.
Die AWO tritt für eine grundlegende Verbesserung der sozioökonomischen Lebenslagen von Einwandererinnen und Einwandern ein und versucht in vielfältigen migrations- und flüchtlingspolitischen Foren diskriminierende Strukturen aufzubrechen. Es geht darum, die Lebensbedingungen von Menschen mit Migrationshintergrund nachhaltig zu verbessern und echte Teilhabe zu ermöglichen.
Einfach ist das Procedere dennoch nicht. Denn Bewerber müssen sich eignen, die deutsche Sprache gut verstehen (A2-Niveau), sollten nicht traumatisiert sein durch Flucht oder andere Widerfahrnisse und sie brauchen rechtlich zumindest eine Duldung oder eine Aufenthaltserlaubnis, um ein paar Jahre auf der sicheren Seite in Deutschland zu stehen.
Deshalb durchliefen die Bewerberinnen und Bewerber zunächst ein Verfahren, in dem die Hospitanz in einem Seniorenzentrum ein wesentlicher Bestandteil war, um deren Eignung zu prüfen. Die Ausbildung selbst erfolgt in vier statt drei Jahren, weil das erste Ausbildungsjahr um eine umfangreiche Sprachförderung erweitert ist.
Nach 24 Monaten und dem Bestehen der Zwischenprüfung geht es regulär im zweiten Ausbildungsjahr weiter. Denn dann ist gewährleistet, dass die Migranten dem Unterricht folgen und sich im praktischen Teil mit Bewohnern und Kollegen vollumfänglich verständigen können – auch wenn diese Mundart reden oder wegen Lähmungen in der Artikulation eingeschränkt sind.
Heimleiter Bär freut sich ebenso über die offene und praktische Unterstützung der bestehenden Mitarbeiterschaft. Da das Fahrrad von Jamal mutwillig zerstört wurde, meldeten sich mehrere Mitarbeiter, die sofort ihre Hilfe anboten und ein Fahrrad zur Verfügung stellen wollten.
So freut sich Jamal, neben der Chance einer beruflichen Perspektive im Seniorenzentrum Hardtwald, über neue Kontakte, gelebte Integration und ein neues Fahrrad.




